Die Luftfahrt der Zukunft beginnt nicht irgendwann, sondern jetzt. Mit der jüngsten Ankündigung weitet ORLEN sein Angebot an Sustainable Aviation Fuel (SAF) von Polen auf die baltischen Märkte aus. Ab sofort werden auch die Flughäfen in Vilnius, Riga und Tallinn mit klimafreundlichem Flugkraftstoff versorgt. Damit schließt sich ein Kreis: Schon im Juli berichteten wir bei NeoFuels über den Start von SAF an den polnischen Airports Warschau, Kraków und Katowice. Nun folgt der nächste Schritt – die Internationalisierung.
Mit dieser Entscheidung beweist ORLEN, dass SAF nicht länger als kleines Pilotprojekt behandelt wird, sondern den Sprung in die kommerzielle Realität schafft. Geliefert wird der alternative Treibstoff über das Verteilnetz von ORLEN Lietuva. Technisch setzt man auf das Prinzip des sogenannten „blended SAF“. Das bedeutet, dass erneuerbare Komponenten wie gebrauchte Speiseöle, kommunale Abfälle oder industrielle Reststoffe mit konventionellem Kerosin vermischt werden. Der Vorteil: Die bestehende Flugzeugflotte kann diese Kraftstoffmischungen sofort nutzen, ohne dass technische Anpassungen an Triebwerken oder Tankinfrastruktur notwendig werden.
Parallel dazu verfolgt ORLEN eine Strategie, die nicht nur auf Verteilung, sondern auch auf Produktion setzt. In Płock entsteht eine neue Anlage für hydriertes Pflanzenöl (HVO), das als Basis für SAF dienen kann. Damit will sich das Unternehmen unabhängiger von Importen machen und gleichzeitig die wachsende Nachfrage in der Region abdecken. Dieses Vorgehen fügt sich nahtlos in die EU-Vorgaben ein, denn mit der ReFuelEU Aviation-Verordnung ist festgelegt, dass ab 2025 steigende SAF-Anteile im Flugverkehr vorgeschrieben sind. ORLENs frühe Umsetzung ist damit nicht nur eine Reaktion auf Regulierung, sondern auch ein strategischer Wettbewerbsvorteil.
Die Bedeutung dieses Schrittes reicht über den baltischen Raum hinaus. Mit jeder neuen Abnahmestelle steigt die Sichtbarkeit von SAF, und damit auch das Vertrauen, dass klimafreundliches Fliegen tatsächlich machbar ist. Gleichzeitig werden die praktischen Herausforderungen deutlich: Noch sind verfügbare Mengen begrenzt, und der Preis für SAF liegt über dem fossilen Pendant. Umso wichtiger sind Investitionen in lokale Produktionskapazitäten und eine transparente Herkunft der Rohstoffe, damit Nachhaltigkeitsversprechen auch wirklich eingelöst werden.
Für NeoFuels ist klar: Mit der Expansion ins Baltikum setzt ORLEN ein Signal. SAF wird zu einer tragenden Säule der europäischen Luftfahrtwende, und der Weg von Polen über Litauen, Lettland und Estland zeigt, wie regionale Märkte Schritt für Schritt Teil einer globalen Lösung werden. Es geht nicht mehr um die Frage, ob SAF eine Rolle spielen wird – sondern nur noch darum, wie schnell und in welchem Umfang.
Bildquelle: Pixabay, Christo Anestev
Vollgas mit racing eFuel98 und grünem Gewissen Wir waren mit dabei, auf der Strecke und…
Doppelsieg für Mohr – Racing eFuel98 macht es möglich Hockenheim, 1.–2. Mai 2026. Ein Rennen…
Die Nachwuchsserie mit starkem Partner Motorsport und Technologieentwicklung gehen seit jeher Hand in Hand. Was…
300 PS. Kein ABS. Kein ESP. Keine Traktionskontrolle. Wer hier gewinnt, hat es sich verdient.…
Der Deutsche Bundestag hat am 23. April 2026 die Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote) beschlossen und…
Wie Industrie und Luftfahrt ineinander greifen können Was tun mit den CO-Nebenströmen aus der Stahlproduktion?…