Finnland gehört zu den europäischen Ländern, die erneuerbare Kraftstoffe im Verkehrssektor besonders stark fördern. Neben Biokraftstoffen rücken dabei zunehmend auch sogenannte Renewable Fuels of Non-Biological Origin (RFNBO) in den Fokus – also synthetische Kraftstoffe, die mit erneuerbarem Strom hergestellt werden. Der finnische Rechtsrahmen sieht vor, dass solche Kraftstoffe künftig eine wachsende Rolle im Verkehrssektor spielen.
Gesetzliche Quote für erneuerbare Kraftstoffe
Die Grundlage bildet das finnische Gesetz zur Förderung erneuerbarer Kraftstoffe im Verkehr („Act on the Promotion of the Use of Biofuels for Transport“, Gesetz 446/2007). Es verpflichtet Kraftstofflieferanten, einen wachsenden Anteil erneuerbarer Energien in Benzin und Diesel zu mischen.
Die Quote steigt schrittweise und soll bis 2030 rund 34 % erneuerbare Energie im Verkehrssektor erreichen.
Ursprünglich konzentrierte sich das System vor allem auf Biokraftstoffe. In den vergangenen Jahren wurde es jedoch erweitert, um auch andere erneuerbare Kraftstoffe einzubeziehen. Dazu gehören unter anderem RFNBO, also synthetische Kraftstoffe auf Basis von erneuerbarem Wasserstoff.
Höhere Mindestquote für RFNBO
Die EU-Richtlinie RED III schreibt für den Verkehrssektor vor, dass bis 2030 mindestens 1 % der eingesetzten Energie aus RFNBO stammen muss. Finnland geht über diese EU-Vorgabe hinaus:
Ab 2028 müssen mindestens 1,5 % der im Straßenverkehr eingesetzten Energie aus RFNBO stammen
Bis 2030 steigt dieser Anteil auf 4 % Damit schafft das Land klare Anreize für neue Technologien wie wasserstoffbasierte Kraftstoffe und Elektrofuels. RFNBO können sowohl zur allgemeinen Quote für erneuerbare Energie als auch zum spezifischen RFNBO-Ziel angerechnet werden.
Marktanreize für synthetische Kraftstoffe
Mit der Integration von RFNBO in die bestehende Kraftstoffquote schafft Finnland erstmals einen klaren regulatorischen Markt für synthetische Kraftstoffe im Verkehrssektor.
Kraftstoffanbieter müssen die Quote erfüllen oder Strafzahlungen leisten. Überschüsse können laut Anweisungen der finnischen Energiebehörde begrenzt auf Folgejahre übertragen werden.
Für Produzenten von Elektrofuels oder Wasserstoffderivaten kann dies ein wichtiges Signal sein, da es langfristige Nachfrage schafft.
Bedeutung für Europas Energiewende
Die finnische Regelung steht im Zusammenhang mit der europäischen Energiepolitik. Die EU fordert im Rahmen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) einen steigenden Anteil erneuerbarer Energien im Verkehr und sieht dabei auch eine wachsende Rolle für RFNBO vor.
Mit klaren Zielwerten und einem etablierten Quotenmechanismus könnte Finnland in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Markt für synthetische Kraftstoffe und andere Wasserstoff-basierte Energieträger im Verkehrssektor werden.
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