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Warum Europas Luftfahrt auf synthetische Kraftstoffe setzt
Flugzeug auf dem Rollfeld

Die Luftfahrt steht bei der Reduktion von Treibhausgasen vor besonderen Herausforderungen. Für Kurzstrecken gibt es erste elektrische Ansätze, für den Großteil des kommerziellen Flugverkehrs fehlen jedoch absehbar praktikable Alternativen zum flüssigen Energieträger. Deshalb konzentriert sich die EU im Luftverkehr auf den Kraftstoff selbst.

ReFuelEU Aviation: Verbindliche Vorgaben statt freiwilliger Zusagen

Mit der Verordnung ReFuelEU Aviation verpflichtet die Europäische Union seit 2025 Kraftstofflieferanten an großen EU-Flughäfen, dem herkömmlichen Kerosin schrittweise Sustainable Aviation Fuel (SAF) beizumischen. Die Regelung gilt EU-weit und ist Teil des „Fit for 55“-Pakets.

SAF ist dabei ein Sammelbegriff. Er umfasst sowohl biogene Kraftstoffe als auch synthetische Kraftstoffe, also E-Kerosin aus erneuerbarem Strom, Wasserstoff und CO₂. Synthetische SAF sind ausdrücklich Bestandteil der Verordnung und nicht nur eine langfristige Option.

Ein langfristig festgelegter Ausbaupfad

Die Verordnung legt einen klaren Zeitplan für den steigenden SAF-Anteil fest:

  • ab 2025 mindestens 2 % SAF
  • 2030: 6 %
  • 2035: 20 %
  • 2050: 70 % SAF insgesamt

Zusätzlich enthält ReFuelEU Aviation eine eigene Mindestquote für synthetische SAF. Diese beginnt 2030 bei rund 0,7 % und steigt bis 2050 auf bis zu 35 % des gesamten Flugkraftstoffs.

Diese Vorgaben sind für den Markt entscheidend, weil sie Nachfrage planbar machen. Der Bau von E-Fuel-Anlagen ist kapitalintensiv und langfristig angelegt. Ohne verbindliche Quoten wären entsprechende Investitionen kaum darstellbar .

Warum synthetische SAF für die Luftfahrt relevant sind

Synthetisches Kerosin kann in bestehenden Flugzeugen und mit vorhandener Infrastruktur genutzt werden. Anpassungen an Triebwerken, Tankanlagen oder Logistik sind nicht erforderlich. Das macht E-Kerosin für einen Sektor interessant, in dem technische Umrüstungen besonders aufwendig sind.

Je nach Herstellungsweg lassen sich mit synthetischen SAF über den Lebenszyklus deutliche CO₂-Reduktionen gegenüber fossilem Kerosin erreichen. Voraussetzung ist der Einsatz erneuerbaren Stroms und nachhaltig gewonnenen CO₂s.

Wo der SAF-Markt heute steht

Der Einsatz von SAF steckt noch am Anfang. Nach Angaben der europäischen Luftfahrtbehörden lag der SAF-Anteil im europäischen Flugverkehr zuletzt bei unter einem Prozent. Das verdeutlicht, wie groß der Abstand zwischen aktuellem Stand und den langfristigen Zielwerten noch ist.

Gleichzeitig zeigen die verbindlichen Quoten, in welche Richtung sich der Markt entwickeln soll. Produktionskapazitäten für synthetische Kraftstoffe werden aufgebaut, weil klar ist, dass der Bedarf in den kommenden Jahren steigen wird.

Fazit: Im Luftverkehr setzt die EU auf einen schrittweisen Austausch des fossilen Energieträgers, nicht auf einen schnellen Technologiewechsel bei den Flugzeugen selbst. Sustainable Aviation Fuel spielt dabei eine zentrale Rolle. Innerhalb dieses SAF-Mixes sind synthetische Kraftstoffe fest eingeplant. ReFuelEU Aviation schafft dafür einen verbindlichen Rahmen, der über mehrere Jahrzehnte gilt und Investitionen in neue Produktionskapazitäten absichert.

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