Startseite Allgemein 24h Nürburgring 2026: Mercedes-Drama, Verstappen-Pech und eFuels in der Grünen Hölle
24h Nürburgring 2026: Mercedes-Drama, Verstappen-Pech und eFuels in der Grünen Hölle

352.000 Zuschauer. Regen, Nacht, Chaos und am Ende ein Sieg, den niemand so erwartet hatte. Die 54. Ausgabe der ADAC RAVENOL 24h Nürburgring hatte alles, was einen Klassiker ausmacht. Und für NeoFuels gab es dabei besonders viel zu beobachten.

Das große Bild: Mercedes gewinnt, aber nicht so wie geplant

Maro Engel, Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin feierten im Winward-Mercedes-AMG #80 den ersten Gesamtsieg für Mercedes-AMG seit zehn Jahren. Doch das war nicht der Plan.

Das Rennen stand ganz im Zeichen von Mercedes, bis ein technischer Defekt dem #3-Mercedes AMG GT3 von Max Verstappen die Tour vermasselte. Bis knapp dreieinhalb Stunden vor Rennende hatte der viermalige Formel-1-Weltmeister auf Siegkurs gelegen, bis ein Antriebswellenschaden seinen Verstappen-Mercedes stoppte.

Verstappen war als das große Spektakel angekündigt worden und lieferte es auch, wenn auch anders als erwartet. In der Nacht gab es einen heiklen Kampf zwischen Engel und Verstappen, bei dem es im Bereich Tiergarten an der schnellsten Stelle der Strecke zur Berührung kam und Engel über die Wiese räuberte. Motorsport eben.

Mit dem Sieg schrieb Maxime Martin ein Stück Familiengeschichte fort: 1992 hatte sein Vater Jean-Michel Martin das 24h-Rennen gewonnen. Für Stolz, Schiller und Martin war es jeweils der erste Sieg in der Grünen Hölle, das Quartett war nach Engels Unfall im Top-Qualifying nur von Position 25 ins Rennen gegangen.

Das Podium und die Überraschungen

Die beiden weiteren Podiumsplätze sicherten sich der Abt-Lamborghini #84 mit Luca Engstler, Mirko Bortolotti und Patric Niederhauser sowie der Walkenhorst-Aston-Martin #34 mit Christian Krognes, Mattia Drudi, Nicki Thiim und Felipe Fernandez Laser – für beide Marken jeweils das erste Podium bei den 24h Nürburgring.

Die eigentliche Überraschungsgeschichte des Rennens schrieb aber ein Auto aus einem Aprilscherz: Der BMW M3 Touring 24h, der ursprünglich aus einem Aprilscherz im Vorjahr heraus entstanden war, belegte sensationell Platz fünf im Gesamtklassement.

eFuels in der Grünen Hölle: Griesemann und Manthey liefern

Während oben die PS-Boliden kämpften, schrieb die AT-Klasse ihre eigene Geschichte. Und für uns aus der NeoFuels Redaktion war das die relevanteste.

Manthey und die Griesemann Gruppe setzten unter der Startnummer 992 einen Porsche 911 GT3 Cup Manthey ein, der die gesamten 24 Stunden vollständig mit dem synthetischen Kraftstoff eFuel Race 98 absolvierte. Dieser wird im Rahmen des DeCarTrans-Projekts produziert, einem Forschungsprojekt an der TU Bergakademie Freiberg, gefördert vom Bundesministerium für Verkehr.

Georg Griesemann kommentierte das Engagement so: „Die Daten der letzten beiden Jahre sprechen eine klare Sprache: eFuels hat keine Nachteile. Mit Manthey haben wir einen Partner gefunden, der diese Überzeugung teilt. Gemeinsam wollen wir beim 24h-Rennen zeigen, dass ein Fahrzeug mit klimafreundlichen Kraftstoffen absolut konkurrenzfähig ist.“

Teichmann Racing: Toyota mit eFuel und Nachwuchstalenten

Auch Teichmann Racing aus Adenau war in der AT-Klasse mit eFuel unterwegs. Der Toyota GR Supra GT4 EVO2 mit der Startnummer 90 wurde in der SP10/AT-Kategorie für alternative Kraftstoffe eingesetzt Am Steuer saßen drei Nachwuchspiloten: Hugo Schwarze (19, Deutschland), Lucas Cartelle (18, Belgien) und Javier Sagrera (22, Spanien) – allesamt ihr 24h-Debüt in der Grünen Hölle.

Damit knüpfte Teichmann Racing an ein Projekt an, das in den vergangenen Jahren bereits mit der Griesemann Gruppe für Aufmerksamkeit gesorgt hatte und bewies erneut, dass eFuels auch unter den extremen Bedingungen der Nordschleife funktionieren.

Max Kruse Racing: GT3-Premiere mit Biofuel

Eine weitere bemerkenswerte Geschichte schrieb Max Kruse Racing. Das Team trat als erstes überhaupt mit GT3-Boliden in der AT-Klasse an, mit zwei Audi R8 LMS GT3 Evo II und einem Kraftstoffmix, der von Volkswagen und Shell entwickelt wurde. Die Mischung besteht zu 60 Prozent aus nachhaltigen Reststoffen und zu 40 Prozent aus herkömmlichen Komponenten.

Smudo: E20 mit Vollgas

Auch Smudo war wieder dabei. Der Musiker und Motorsport-Enthusiast trat gemeinsam mit Henrik Bollerslev, Nano Lopez und Marco van Ramshorst für Four Motors an, mit einem Porsche 911 GT3 Cup der Startnummer 320 in der Klasse AT2 für alternative Kraftstoffe, erneut mit dem E20-Kraftstoff, der zu 20 Prozent aus Ethanol aus biogenen Reststoffen besteht.

Four Motors setzt diesen Kraftstoff seit Jahren im Langstreckensport ein, das 24h-Rennen dient dem Team als Testlabor unter härtesten Realbedingungen.

Das traurige Ende des Girls-Only-Porsche

Nicht alle Geschichten haben ein gutes Ende. Der Girls Only Porsche 911 GT3 Cup von Giti Tires Motorsport by WS-Racing konnte das Rennen nicht bestreiten. Nach dem heftigen Unfall von Janina Schall im ersten Qualifying, sie traf das liegengebliebene Fahrzeug von Alex Hardt am Ausgang des Michael-Schumacher-S mit hohem Tempo und verfehlte Hardt im Kiesbett nur knapp, war das Fahrzeug nicht mehr reparierbar. Carrie Schreiner bestätigte den Rückzug. Schall blieb glücklicherweise unverletzt.

NeoFuels-Einordnung

Die 24h Nürburgring gelten als extremer Belastungstest für Mensch und Maschine – perfekte Voraussetzungen, um alternative Kraftstoffe zu testen. Immer mehr Teams treten mit Biofuels oder eFuels an, um zu zeigen, dass Performance und Umweltbewusstsein kein Widerspruch sind.

Der Klassensieg von Griesemann und Manthey mit eFuel Race 98 ist mehr als ein Sportresultat. Es ist der Beweis, dass synthetische Kraftstoffe unter den extremsten Bedingungen funktionieren – zuverlässig, konkurrenzfähig, ohne Kompromisse. „eFuels und andere alternative Kraftstoffe haben ihren festen Platz im Motorsport“ – diesen Satz hat Griesemann nicht am Schreibtisch formuliert. Er hat ihn auf der Nürburgring-Nordschleife bewiesen.

Bildquelle: Marc Lorbeer

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