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SAF-Joint-Venture „Rebound“ im Hafen Dünkirchen

Vier Industriekonzerne gründen SAF-Joint-Venture „Rebound“ im Hafen Dünkirchen: Airbus, Safran, Technip Energies und Tereos bündeln ihre Kräfte für eine der größten Alcohol-to-Jet-Anlagen Europas, mit einer geplanten Jahreskapazität von 160.000 Tonnen SAF.

Am 9. Juni 2026 haben Airbus, Safran, Technip Energies und Tereos eine Vereinbarung zur Gründung des gemeinsamen Joint Ventures „Rebound“ unterzeichnet. Ziel ist die Entwicklung einer großskaligen Produktionsanlage für Sustainable Aviation Fuel (SAF) im Hafen von Dünkirchen, Nordfrankreich. Das Projekt setzt auf den Alcohol-to-Jet-Pfad (AtJ) und soll eine Jahreskapazität von rund 160.000 Tonnen SAF erreichen, was Rebound zu einer der größten Anlagen dieser Art in Europa machen würde.

Wer steckt dahinter und welche Rolle spielt wer?

Das Konsortium deckt bewusst die gesamte Wertschöpfungskette ab: vom Rohstoff bis zum Abfluggate.

Tereos – eine der größten Agrargenossenschaften Frankreichs und führender europäischer Ethanolproduzent – übernimmt die Versorgung mit fortschrittlichem Ethanol. Als Feedstock sind landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Reststoffe vorgesehen, die unter den europäischen Nachhaltigkeitsanforderungen als „advanced“ eingestuft werden.

Technip Energies agiert als Lead-Projektentwickler und Engineering-Dienstleister. Das Unternehmen verantwortet die gesamte technische Entwicklungsphase, von der Feedstock-Seite bis zur Inverkehrbringung des fertigen Kraftstoffs am Flughafen.

Airbus und Safran bringen sich als Industriepartner ein und übernehmen die Rolle als potenzielle SAF-Abnehmer. Beide Unternehmen gehören zu den global bedeutendsten Akteuren in der Luft- und Raumfahrt, Airbus als Flugzeughersteller, Safran als Triebwerk- und Zulieferspezialist.

Alcohol-to-Jet: Der Produktionspfad im Überblick

Der AtJ-Pfad gilt zunehmend als skalierbarer und wirtschaftlich konkurrenzfähiger Weg zur SAF-Produktion. Vergärungs- oder synthetisch erzeugtes Ethanol, hier aus Reststoffen der Land- und Forstwirtschaft, wird chemisch zu einem Drop-in-Kerosin weiterverarbeitet, das ohne Modifikationen in bestehenden Triebwerken und Infrastrukturen eingesetzt werden kann. Es ist mit konventionellem Kerosin mischbar und erfüllt die geltenden Luftfahrtnormen.

Standort mit strategischem Vorteil

Ein wichtiger Grundstein ist bereits gelegt: Der Hafen Dünkirchen hat Technip Energies ein Industriegelände zugewiesen. Nach Angaben der Partner bietet der Standort logistische Vorteile für den Feedstock-Transport und die Produktabgabe sowie einen vereinfachten Genehmigungsrahmen. Dünkirchen ist als einer der größten Industriehäfen Frankreichs und mit direktem Zugang zu nordeuropäischen Logistikrouten strategisch gut positioniert.

Nächste Schritte: Entwicklungsphase und FID

Mit der Vereinbarung verpflichten sich alle vier Partner zur gemeinsamen Finanzierung der Projektentwicklungsphase, inklusive Engineering-Studien und weiterer Vorarbeiten, die für eine finale Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID) erforderlich sind. Die formelle Gründung des Joint Ventures steht noch unter dem Vorbehalt üblicher behördlicher Genehmigungen und soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.

Regulatorischer Rückenwind: ReFuelEU Aviation

Das Projekt entsteht in einem klar definierten regulatorischen Umfeld. Die EU-Verordnung ReFuelEU Aviation schreibt steigende SAF-Beimischungsquoten für Flughäfen im europäischen Luftraum vor: 2 % ab 2025, 6 % ab 2030 und 70 % bis 2050. Das entspricht einer rund achtfachen Bedarfssteigerung zwischen 2030 und 2050, ein Nachfragesignal, das Projekte wie Rebound erst wirtschaftlich tragfähig macht.

Das Wichtigste in kurz

Wer: Airbus, Safran, Technip Energies und Tereos gründen das Joint Venture „Rebound“

Was: Planung einer SAF-Produktionsanlage via Alcohol-to-Jet (AtJ) mit rund 160.000 Tonnen Jahreskapazität

Wo: Hafen Dünkirchen, Nordfrankreich – Industriegelände bereits zugewiesen

Feedstock: Fortschrittliches Ethanol aus landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Reststoffen

Rollen: Tereos (Feedstock), Technip Energies (Lead Developer & Engineering), Airbus & Safran (Abnahme & Industriepartner)

Status: Entwicklungsphase gestartet, JV-Gründung für H2 2026 geplant, FID noch ausstehend

Regulatorik: Projekt adressiert direkt die ReFuelEU-Aviation-Quoten (6 % bis 2030, 70 % bis 2050)

Image by Ludo VdE from Pixabay

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